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  • Antiretrovirale Behandlung in der Schwangerschaft beeinträchtigt die mentale Entwicklung von Kindern nicht
  • Antiretrovirale Behandlung in der Schwangerschaft beeinträchtigt die mentale Entwicklung von Kindern nicht

    Durch die antiretrovirale Behandlung und Prophylaxe während der Schwangerschaft HIV-positiver Frauen wird das Risiko der HIV-Übertragung auf das Kind drastisch reduziert. Dennoch sind nicht nur Mütter besorgt, welche Auswirkungen die Substanzen auf ihre nicht infizierten Kinder haben könnten. Aktuelle Ergebnisse der PACTG/IMPAACT 219C – Studie, die in Mexiko City präsentiert wurden, tragen ein Stück zur Entwarnung bei:

    Die ForscherInnen hatten die kognitive und psychomotorische Entwicklung von 1840 HIV-exponierten Kindern untersucht. PACTG 219C ist eine prospektive Kohortenstudie, die in mehr als 80 amerikanischen Zentren durchgeführt wird.

    Im Alter von zwei Jahren wurden die Kinder anhand verschiedener Tests zur kindlichen Entwicklung untersucht. Mögliche Einflussfaktoren wie Alter der Mutter, Bildungsstand der primären Bezugsperson, Geburtsjahr, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Muttersprache, geographische Herkunft oder Drogengebrauch der Mutter wurden kontrolliert.

    Bei 92% der zwischen 1993 und 2006 geborenen Kinder (55% afrikanisch-amerikanisch, 32% hispanisch) hatten die Mütter während der Schwangerschaft antiretrovirale Substanzen eingenommen, bei 8% (146 Kinder) nicht. Die Kinder unterschieden sich nicht in ihrer kognitiven und motorischen Entwicklung. Nur Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht (16%), deren Mütter antiretrovirale Substanzen eingenommen hatten, zeigten bessere Werte in der mentalen und motorischen Entwicklung als nicht exponierte Kinder. Keinen signifikanten Einfluss hatte ein Drogengebrauch während der Schwangerschaft. Alle anderen erfassten Faktoren hingen deutlich mit der kindlichen Entwicklung zusammen. Lediglich die Art der primären Bezugsperson spielte bei der mentalen Entwicklung keine Rolle, während ethnische Zugehörigkeit und Muttersprache sich bei der psychomotorischen Entwicklung nicht auswirkten.
    Insgesamt lagen allerdings die Werte der Studiengruppe (Kinder mit und ohne antiretrovirale Behandlung während der Schwangerschaft) signifikant unter denen der amerikanischen Gesamtbevölkerung. Die Autorinnen schätzten ihre Studienergebnisse als sehr beruhigend ein. Sie betonten aber auch, dass Langzeitbeobachtungen über das Alter von zwei Jahren hinaus notwendig seien. Auch die Tatsache, dass die Kinder unter den US-Normen für die mentale Entwicklung liegen, sollte Anlass für eine weitergehende Beobachtung sein.

    Quelle: Oral Abstract Session. Williams P, Marino M, Malee K, Mofenson L et al. Neurodevelopmental status and prenatal antiretroviral exposure in HIV-exposed uninfected infants. XVII International AIDS Conference (AIDS 2008). Mexico City. August 3-8, 2008. Abstract MOAB0102