Am 4. Januar 2010 wurde das seit 1993 für die USA  bestehende Einreiseverbot für Menschen mit HIV aufgehoben. Nur aufgrund dieser Entscheidung konnte die Welt-AIDS-Konferenz in diesem Jahr in Washington stattfinden. Trotz der neuen Einreisebestimmungen bleiben Menschen, deren HIV-Infektion bereits vor 2010 bei den U.S.-Einreisebehörden bekannt wurde, dauerhaft als potentielle Gefahr registriert und werden damit Schwerstverbrechern gleichgesetzt.  Grenzbeamte sind verpflichtet alle historisch registierten Menschen mit HIV zu verhören und können grundlos die Einreise verweigern.

Heidemarie Kremer, die seit vielen Jahren in den USA lebt und dort wissenschaftlich arbeitet, ist durch ihren offenen Umgang mit ihrer HIV Infektion registriert. Nach einer Klage gegen das US Einreiseverbot und ihre HIV-bedingte Deportation erhielt sie 2010 eine Greencard.  Im April 2012 wollte ein Grenzbeamter ihr beim Verhör grundlos die Greenncard entziehen. Gemeinsam mit der Internationalen AIDS Gesellschaft hat sie sich vor der Welt–AIDS Konferenz für eine kollektive Löschung des historischen HIV Registers eingesetzt. Die US Regierung lehnte diese Anfrage ab. Kurz vor dem Kongress verweigerten die Immigrationsbehörden Heidemarie Kremer die Wiedereinreisegenehmigung für die USA.

Aus diesem Grund konnte Heidemarie Kremer, wissenschaftliche Beirätin der DAIG-Sektion All Around Women Special (AAWS), den Kongress in Washington nicht besuchen und auch ihre wissenschaftlichen Arbeiten dort nicht präsentieren. Einer Einladung der Bundesregierung, an deren offiziellem Symposium im Goethe-Institut teilzunehmen, konnte sie ebenfalls nicht nachkommen.

Die DAIG verurteilt diese Diskriminierung von Menschen mit HIV und fordert eine sofortige Aufhebung der historischen Registrierung von HIV Infektionen.

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