Die PAAD ist eine klinische Sektion der Deutschen AIDS Gesellschaft (DAIG) und unterstützt deren nationale und internationale Aktivitäten in der Bekämpfung der HIV-Infektion im Bereich der Kinderheilkunde.

In Deutschland gibt es derzeit nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) schätzungsweise 200 HIV-positive Kinder unter 15 Jahren (Quelle: HIV/AIDS in Deutschland – Eckdaten, RKI. Stand Ende 2009). Genaue Zahlen sind leider nicht bekannt. Kinder werden überwiegend unter der Geburt oder durch das Stillen mit dem HI-Virus infiziert. Neugeborene unbehandelter HIV-positiver Mütter haben daher das höchste HIV-Risikopotential in der Gruppe der Kinder.

Dass die Infektionsrate trotz 15.000 HIV-positiver Frauen in Deutschland auf niedrigem Niveau stabil bleibt, ist der antiretroviralen Therapie der Schwangeren sowie der interdisziplinären Betreuung durch HIV-spezialisierte Internisten, Frauen- und Kinderärzte zu verdanken. Neuinfektionen bei Kindern sind demzufolge meist auf eine nicht bekannte HIV-Infektion der werdenden Mutter oder ein Nichteinhalten der empfohlenen Therapieleitlinien während der Schwangerschaft und Geburt zurückzuführen. Die HIV-Übertragungsrate von der Mutter auf das Kind liegt bei Einleiten und Einhalten der speziellen HIV-Empfehlungen mittlerweile bei lediglich 1%.

Die Pädiatrische Arbeitsgemeinschaft AIDS (PAAD) ist ein Zusammenschluss von Kinderärzten, die sich mit der Betreuung und Behandlung HIV-exponierter und HIV-infizierter Kinder nach gemeinsam erarbeiteten Leitlinien beschäftigen. 14 pädiatrische HIV-Zentren – 13 davon sind universitäre HIV-Ambulanzen - bilden mittlerweile ein klinisches und ambulantes Netzwerk, das sich quer über Deutschland erstreckt.
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Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, auf die sich die antiretrovirale Therapie für Erwachsene einfach „herunterbrechen“ lässt. Allerdings stehen Kindern zur HIV-Behandlung theoretisch die gleichen Medikamente wie für Erwachsene zur Verfügung, woraus sich einige Probleme ergeben: Teilweise sind die Medikamente für das Kindesalter nicht zugelassen, bzw. es gibt nicht immer kindgerechte Dosierungen oder Formulierungen.
Hier besteht ein großer Bedarf an klinischen Studien zur Verbesserung der Datenlage einer antiretroviralen Therapie bei Kindern. Die Arbeitsgruppe PAAD setzt sich für die Behandlung von HIV-infizierten Kindern im Rahmen von kontrollierten Studien ein – sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene im Rahmen des europäischen PENTA-Netzwerks.

Die PAAD hat als Fachgesellschaft die Leitlinien zur Behandlung von HIV-positiven Kindern in Deutschland und Österreich verfasst. Darüber hinaus leistet sie einen Beitrag zur Ausarbeitung von HIV-Leitlinien zur Behandlung von Schwangeren und Kindern. Federführend für ganz Deutschland erfasst die PAAD die Daten für das Kindermodul des Kompetenznetz HIV/AIDS und steht in engem Kontakt mit Elterninitiativen sowie lokalen Einrichtungen und Vereinen, die sich gesellschaftlich für HIV-infizierte Kinder engagieren.

Die klinische und wissenschaftliche Tätigkeit der PAAD hat zum Ziel, die Behandlung von HIV-positiven Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Weitere Erkenntnisse zur Therapie und Betreuung verbessern die Behandlung in den Zentren und können wertvolle Informationen auch für andere betroffene Kinder und Jugendliche liefern.

Hier kommen Sie zur PAAD-website:

www.kinder-aids.de

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